Glossar Seminar Bk
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Beraten in der SchuleSchule ist primär keine Beratungseinrichtung; Beratung dient im schulischen Kontext dem wirkungsvollen und befriedigenden Lernen, Lehren, Arbeiten und Zusammenleben in der Schule durch Beteiligung aller an ihr beteiligten Menschen. Wird Beratung in diesem Sinne als eine pädagogische Aufgabe in einem System verstanden, verlässt sie die enge Bindung an Probleme und wird zu einem Prozess, in dem die wechselseitigen Beziehungen besprochen, reflektiert und entwickelt werden. nach Schnebel 2007, 24 ff
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Berufliche KompetenzBerufliche Kompetenz bezeichnet die Summe aller Dispositionen, Fähigkeiten, Fertigkeiten, Wissensbestände und Erfahrungen des Menschen, die ihn zur Bewältigung seiner beruflichen Aufgaben und gleichzeitig zur eigenständigen Regulation seines beruflichen Handelns einschließlich der damit verbundenen Folgeabschätzungen befähigen (Bernien 1997, S. 25). | |
Berufliche ProfessionalitätUnter beruflicher Professionalität von Lehrkräften ist eine Metareflexivität zu verstehen, die dazu dient, den Umgang mit Ungewissheit zu bewältigen. Metareflexivität ist die Kenntnis unterschiedlicher theoretischer Zugänge, wie subjektbezogene, berufsbiographische, struktur- und kompetenztheoretische Ansätze der Lehrerprofessionsforschung. Dieser mehrperspektivische Blick ermöglicht eine theoriegeleitete Deutung von Erfahrungen in der Praxis und die Entwicklung situationsadäquater Handlungsoptionen wie auch das Treffen von begründeten Handlungsentscheidungen. | |
Bildung„Bildung bezeichnet als Prozess die in der Gesamtheit der Lebenstätigkeiten geführte [Befähigen zur Selbstbefähigung] oder selbständige Aneignung von Kompetenzen, die das Individuum zu seiner Selbstentfaltung einsetzt, wobei Bildsamkeit, Bildungsbedürftigkeit und Bildungswilligkeit des Individuums vorausgesetzt werden. Als Resultat dieses Prozesses bezeichnet Bildung die individuelle Gesamtheit der in den Lebenstätigkeiten angeeigneten Kompetenzen.“ (Kirchhöfer, Lernkultur Kompetenzentwicklung, 2004) Bildung ist also sowohl der Vorgang des Hervorbringens wie auch das Ergebnis des Hervorgebrachten. (Koselleck, in:Was ist Bildung, 2012) Bildung ist ein relationaler und kommunikativer Prozess, der zum einen Verhältnisse zwischen Subjekten, zum anderen zwischen Subjekten und gesellschaftlichen Institutionen fokussiert. In diesem Bildungsprozess lernen Individuen, ihre Bedürfnisse, Interesse und Fähigkeiten in einer reflektierten Bewegung der ständigen Perspektivübernahme (Teilnehmer, Akteur, Beobachter), zum Gegenstand des Austausches zu machen und sich so durch die Augen des/der Anderen als anerkannt wahrzunehmen (Verschränkung von Inhalts- und Beziehungsebene). (Honneth, Verdinglichung: Eine anerkennunstheoretische Studie, 2005 und 2018; Reich, Inhalte oder Beziehungen- Überlegungen zu einer inhaltsdominanten deutschen Schulkultur, 2020) Bildungsprozesse sind auf gegenseitiges Verstehen angewiesen. Somit können digitale Tools nicht als Ersatz von, jedoch als Ergänzung zu kommunikativen Bildungssituationen verstanden werden. (Baum, Diefenbach, 2018) Damit ist Bildung komplementär zu Erziehung aber analytisch von Erziehung getrennt, denn Bildung setzt Erziehung voraus. Aber „der verantwortliche Akteur im Bildungsgeschehen ist der für sich und seine angestrebte Bildung zuständige und verantwortliche Sich-Bildende, nicht mehr – wie in der Erziehung – der Pädagoge.“ (Löwisch, 2000) | |
Blended learningBlended Learning bezeichnet die didaktisch absichtsvolle Kombination von Phasen des Präsenzunterrichts und digital gestützten Distanzunterrichts mittels verschiedener Methoden, Sozialformen und Medien. Der auch mehrmalige Wechsel zwischen den Phasen ist mit Blick auf die Bedarfe der Lernenden und die konkrete Unterrichtsplanung zu konzipieren. (in Anlehnung an die Handreichung für BK, https://www.berufsbildung.nrw.de/cms/upload/distanzunterricht/handreichung_distanz unterricht_bb.pdf, Abruf: 15.9.2020) | |
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Classroom managementClassroom management umfasst nach Rogers (2013) alle Maßnahmen des Verhaltensmanagements bei Lernenden, also die Gestaltung von Lernumgebungen, das effektive Unterrichten, das sprachliche Verhalten im Unterricht, den Umgang mit "schwierigen" Schülerinnen und Schülern, etc. . | |
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Dialogische DidaktikIn der Dialogischen Didaktik n. Gallin/Ruf (2008) geht es im Unterricht im Kern um die Gestaltung eines Dialoges zwischen Lehrenden und Lernenden im Sinne von Subjekt-, Prozess und Inhaltsorientierung. In der dialogischen Didaktik werden drei wichtige Phasen unterschieden. Die erste Phase stellt den Lernenden, der sich mit einer Sache auseinander setzt, in den Mittelpunkt, es entsteht ein „Dialog" zwischen Person und Sache ("Ich"). In der zweiten Phase befassen sich die Lernenden mit den Lernwegen von Lernpartnern, sie wechseln also die Perspektive ("Du"). In der dritten Phase werden die Ideen in der Lerngruppe zusammengetragen, die Erfolg versprechenden Lösungen verglichen und mit Fachwissen in Verbindung gebracht. In dieser Phase geht es z.B. darum, zu Abstrahieren, Begriffe zu bilden und Verfahren festzulegen ("Wir"). | |
Didaktische JahresplanungDie Umsetzung von kompetenzorientierten Bildungsplänen erfordert eine inhaltliche, methodische, organisatorische und zeitliche Planung und Dokumentation von Lehr- und Lernarrangements. Zur Unterstützung dieser Planungs- und Dokumentationsprozesse dient die Didaktische Jahresplanung, die sich nach Schuljahren geordnet über die gesamte Zeitdauer des Bildungsganges erstreckt. http://www.berufsbildung.schulministerium.nrw.de/cms/upload/hbfs/FAQ_Bildungsplaene.pdf, Abruf am 21.05.2013 | |
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Erziehung„Was man im Allgemeinen unter Erziehung versteht, ist als bekannt vorauszusetzen“, so Schleiermacher in seinen Pädagogischen Vorlesungen von 1826. Gleichwohl gibt es eine Vielzahl von Erziehungsbegriffen und unterschiedlichen Begriffsverwendungen in der wissenschaftlichen Diskussion der letzten Jahrzehnte (vgl. Löwisch, Kompetentes Handeln, 2000, Gudjons Pädagogisches Grundwissen, 2001). Wir verstehen unter Erziehung den „Bereich pädagogischen Umgangs, der abhängig ist vom Erzieher als dem für den pädagogischen Umgang verantwortlichen Akteur. […] Die Struktur des Erziehungsvorganges ist Fremdführung, die erfolgsgerichtet ist, … die dabei direkt vorgeht oder indirekt durch Arrangements von erzieherischen Situationen und geplantem Einbezug des Edukanden. Die Methode von Erziehung lässt sich als Einflussnahme vom Erzieher auf den Edukanden umschreiben. Die Rollen sind dabei nicht austauschbar. Das Ziel des Erziehens ist die Herstellung einer äußeren Verfassung des Edukanden [Mündigkeit]. Mündigkeit als Erziehungsziel heißt: selbstmächtig zu sein, aus der Vor-mund-schaft entlassen worden zu sein.“ (Löwisch, Kompetentes Handeln, 2000) Das übergeordnete Bildungs- und Erziehungsziel im Bereich der Medienpädagogik liegt in der Befähigung von Schülerinnen und Schülern zu einem sachgerechten, selbstbestimmten, kreativen und sozial verantworteten Handeln in einer von Medien geprägten Welt (Sesink, Kerres & Moser, 2007, S. 287). Aus: Mediendidaktische Überlegungen, 2018, Moodle (vgl. Orientierungsrahmen für die Lehreraus- und Fortbildung 2020) | |